Wusstest du, dass wir nach einer einwöchigen Grippe die Hälfte unseres Immunsystems abbauen und dass das menschliche Immunsystem aus 1,5kg Eiweiß besteht? Wusstest du auch, dass die Stärke deines Muskels die Stärke des Immunsystems bestimmt? Wusstest du, dass 70% der Abwehrzellen sich im Darm befinden? Das und noch vieles mehr solltest du wissen, wenn es um ein gesundes und starkes Immunsystem geht.
Vorab, was weißt du über unser Immunsystem?

  1. Das Immunsystem verteilt sich im ganzen Körper und ist ein hochkomplexes Netzwerk. Es besteht aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen, die alle eine ganz bestimmte Aufgabe erfüllen: den Körper vor potenziellen Gefahren wie bspw. Viren, Bakterien, Schadstoffen aus der Umwelt, Krebszellen etc. zu schützen!
  2. Es gibt ein angeborenes Abwehrsystem: unsere Grundabwehr (bspw. Haut, Schleimhäute, Niesreflex, Magensäure, Husten etc.). Dieses Abwehrsystem ist die allererste Verteidigung unseres Körpers gegen Krankheitserreger. Der größte Teil der Grundabwehr befindet sich in den Schleimhäuten des Darms, dort befinden sich 70% der Abwehrzellen und etwa 90% der Antikörper werden hier gebildet.
  3. Das zweite Abwehrsystem unseres Körpers ist das Erworbene, welches erst durch den Kontakt mit einem potenziellen Krankheitserreger aktiv wird. Die Basis dieses Abwehrsystems findet man in den weißen Blutkörperchen. Je nach Art des Erregers werden unterschiedliche Verteidigungseinheiten der weißen Blutkörperchen aktiviert.
    • T-Zellen, sind Wächterzellen und warten auf Eindringlinge
    • B-Zellen, sind Killerzellen die Antikörper (Proteine) gegen den Eindringling bilden
    • Makrophagen, fressen die Eindringlinge auf
  4.  Das angeborene und das erworbene Abwehrsystem sind eng miteinander verknüpft und arbeiten synergetisch.
  5. Aktiviert wird das Immunsystem durch Antigene (Oberflächeneiweiße), welche auf der Oberfläche von Bakterien, Viren und Pilzen zu finden sind. Wenn diese Antigene an spezielle Rezeptoren von Abwehrzellen andocken, wird eine ganze Reihe von Zellprozessen in Gang gesetzt. Vereinfacht sieht das Ganze bspw. wie folgt aus:
    • Die T-Zelle krallt sich den Eindringling und flitzt zu einer B-Zelle
    • Die B-Zelle produziert nun die passenden Antikörper, welche den Eindringling quasi verkleben
    • Und die Makrophagen fressen diesen verklebten Eindringling dann auf
  6.  Nach dem ersten Kontakt mit einem Eindringling werden meist entsprechende Informationen gespeichert. Somit kann bei erneutem Kontakt diese Information sofort abgerufen und reagiert werden. Auch unsere körpereigenen Zellen verfügen über Oberflächeneiweiße. Gegen sie geht das Immunsystem normalerweise aber nicht vor. Stuft es Zellen des eigenen Körpers irrtümlich doch als fremd ein, spricht man von einer Autoimmunreaktion. Dabei geht die Abwehr gegen körpereigene, gesunde Zellen vor.
  7. Wenn einzelne Bausteine des gesamten Abwehrsystems nicht optimal funktionieren, steigt automatisch das Risiko für Infekte.
Unser Immunsystem ist Tag und Nacht im Einsatz und arbeitet äußerst effektiv. Jeden Tag werden Milliarden von Abwehrzellen nachproduziert und du kannst deinen Körper dabei unterstützen.
Text von Sandra Butz